Sind Sie fit für die neue Betriebssicherheitsverordnung?
  • Fast 13 Jahre nach Einführung der BetrSichV , tritt eine novellierte Fassung der Verordnung in Kraft.
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  • Arbeitgeber und Betreiber von überwachungsbedürftigen Anlagen (z.B. Ex-Bereiche Aufzüge,  Druckanlagen uvm.) werden mit neuen Herausforderungen konfrontiert.
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  • Aufgrund all der Neuerungen besteht Handlungsbedarf, gleich wieviel Ihr Unternehmen in den letzen Jahren in den Brand- & Arbeitsschutz investiert hat.
Hier ein Überblick der wichtigsten Veränderungen:
  • Anpassung der gesamten Dokumentation, da die BetrSichV neu strukturiert und an europäisches Recht angeglichen wurde.
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  • Erstmals werden nun konkret Ordnungswidrigkeiten benannt, die u.U. als Straftat gewertet werden können.
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  • Bereiche die sich als besondere Unfallschwerpunkte erwiesen haben werden berücksichtigt. z.B. Manipulationen, besondere Betriebszustände, Instanhaltungsarbeiten Erstmals besondere Vorgaben ergonomische und psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren.
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  • Wichtige Änderungen bzgl. der Erlaubnis für das Errichten und den Betrieb von überwachungsbedürftigen Anlagen VOR DER INBETRIEBNAHME sowie wiederkehrende Prüfungen.

Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3

Ab sofort gilt die neu überarbeitete Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 für alle Betriebe in Deutschland.

Demnach müssen Arbeitgeber für ihre Betriebsstätten die international und europäisch abgestimmten Sicherheitszeichen verwenden, die in der Norm DIN EN ISO 7010 enthalten sind.


Es wird zwischen Verbots-, Warn-, Gebots-, Rettungs- und Brandschutzzeichen unterschieden. Diesen werden unterschiedliche Farben und Symbole zugeordnet.


Grundsätzlich gilt beim Brandschutz jeweils ein rotes Quadrat mit dem entsprechenden Symbol, wie z.B. Feuerlöscher, Wandhydrant o.ä. Von dieser neuen Kennzeichnungspflicht, sind auch Flucht- und Rettungspläne betroffen, diese sind entsprechend anzupassen.


Eine Übergangsfrist ist inder veröffentlichten ASR A1.3 nicht vorgesehen, daher empfehlen wir allen Arbeitgebern eine rasche Umstellung und Unterweisung der Beschäftigten.


Wendet der Arbeitgeber die geänderten Sicherheitszeichen beim Betreiben von bestehenden Arbeitsstätten nicht an, so hat er mit der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, ob die in der Arbeitsstätte verwendeten Sicherheitszeichen nach ASR A1.3 (GMBl 2007, S. 674) weiterhin angewendet werden können.”

Neue ASR A2.2 | Maßnahmen gegen Brände

Die gesamte  neue Richtlinie finden Sie auf der Webseite der Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin.

Bedeutung der ASR

 Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) enthält grundsätzliche Anforderungen für Arbeitsstätten und macht Zielvorgaben u.a. für die Sicherheit in Betrieben. Die Regeln für Arbeitsstätten (ASR) geben unter anderem den  Stand der Technik wieder und konkretisieren so die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung. Auf diese Weise werden dem Betreiber bzw. Unternehmer anschauliche Hinweise und praktische Maßnahmen zur Umsetzung der Arbeitsstättenverordnung an die Hand gegeben.

Die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ regelt sicherheitstechnische Brandschutzmaßnahmen in Arbeitsstätten, wie z.B. die Sicherstellung der Alarmierung im Brandfall und die Bereitstellung von Feuerlöscheinrichtungen wie Feuerlöschern und Wandhydranten. Auch die Unterweisung von Beschäftigten über Gefährdungen sowie über Maßnahmen zur ihrer Abwendung nimmt die ASR Stellung. Des Weiteren enthält die ASR Vorgaben in Sachen Brandschutzhelfer und in Bezug auf Wartung und Prüfung von Feuerlöschern. Abweichende Anforderungen für Baustellen beinhaltet die ASR ebenfalls.bus leo.

Bisher wurde die Anzahl von Feuerlöschern für alle Brandgefährdungen (Kategorien: niedrig, mittel, hoch) über Tabellen festgelegt. Die bereits in der ASR 13/1,2 definierte geringe Brandgefahr wird nun als Grundschutz festgelegt. Dieser Grundschutz deckt Gefahren, die z.B. bei einer Büronutzung bestehen. Die für diese Grundausstattung erforderliche Anzahl von Feuerlöschern wird eindeutig vorgegeben und richtet sich weiterhin an die Grundfläche der Arbeitsstätte. Neu dabei ist, dass hierfür nur Feuerlöscher die jeweils über mindestens 6 LE verfügen, angerechnet werden dürfen. Dabei darf die Entfernung zum nächstgelegenen Feuerlöscher möglichst nicht mehr als 20 m tatsächliche Laufweglänge betragen. Der Feuerlöscher ist so anzubringen, dass er ohne Schwierigkeiten aus der Halterung entnommen werden kann – idealerweise in einer Griffhöhe von 0,8 m bis 1,20 m.

 Feuerlöscher sind sind weiterhin mindestens alle 24 Monate zu prüfen zu warten und instandzuhalten.

Die bisher bezeichnete mittlere und große Brandgefahr wird nun als erhöhte Brandgefahr definiert. Allerdings benennt die neue ASR hier keine konkrete Anzahl an Feuerlöschern, sondern fordert eine Gefährdungsbeurteilung bei der zusätzliche betriebs- und tätigkeitsspezifische Maßnahmen ermittelt werden müssen. Zu solchen Maßnahmen kann z.B. die Erhöhung der Anzahl an tragbaren Geräten, die Ergänzung durch fahrbare Löschgeräte oder Wandhydranten oder der Einsatz von Lösch- oder Brandmeldeanlagen zählen. Zusätzlich zu diesen Gefährdungsbeurteilungen sollen auch Maßnahmen aus anderen Verordnungen stärker berücksichtigt werden, wie z.B. der TRGS 800 „Brandschutzmaßnahmen“.

Natürlich genügt eine ausreichende Anzahl an tragbaren Feuerlöscher nicht, um einen Brand abzuwehren, wenn es zu wenig unterwiesene Kräfte gibt oder diese nicht umfassend geschult sind.

 

Die ASR A2.2 fordert deshalb, alle Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich, in wesentlichen Fragen des Verhaltens im Gefahrenfall zu unterweisen.

Die neue ASR A2.2 rückt den Brandschutzhelfer stärker in den Vordergrund. Demnach muss der Arbeitgeber eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten zu Brandschutzhelfern ernennen. Diese ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. I.d.R. gilt ein Anteil von 5% der Beschäftigten als ausreichend. Eine größere Anzahl an Brandschutzhelfern kann bei erhöhter Brandgefährdung, aber auch bei Schichtbetrieben erforderlich sein. Brandschutzhelfer sind einmal jährlich zu unterweisen. Die ASR legt erstmals auch die Unterweisungsinhalte wie Grundzüge des vorbeugenden Brandschutzes, Kenntnisse über die betriebliche Brandschutzorganisation, Funktions- und Wirkungsweise von Feuerlöscheinrichtungen und Gefahren durch Brände sowie das Verhalten im Brandfall fest. Zusätzliche praktische Übungen für den Umgang wie z.B. mit dem Feuerlöscher und ggf. Wandhydranten sind ebenfalls Bestandteil dieser Unterweisung.

Aufgrund der besonderen Brandgefahren auf Baustellen z.B. durch Schweißen oder Löten ist für jedes eingesetzte Arbeitsmittel ein Feuerlöscher für die entsprechenden Brandklassen mit mind. 6 LE bereitzuhalten.

Wandhydranten können weiterhin bei der Grundausstattung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern berücksichtigt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dabei kann ein Wandhydrant mit 27 LE bei Grundflächen mit mehr als 400m² bis zu einem Drittel der erforderlichen Löschmitteleinheiten angerechnet werden.

Erstmals sind in dieser neuen ASR auch die Anforderungen für Branderkennung und Alarmierung geregelt. Der Arbeitgeber hat demnach sicherzustellen, dass die Beschäftigten im Brandfall unverzüglich gewarnt und zum Verlassen der gefährdeten Bereiche aufgefordert werden können. Automatische Brandmeldeanlagen und Alarmierungseinrichtungen sind zu bevorzugen.

In der ASR A2.2 sind insbesondere die Anforgerungen der Arbeitsstättenverordnung hinsichtlich der Ermittlung und Bewertung sowie die Ableitung von geeigneten Schutzmaßnahmen konkretisiert worden.
Verfolgt wird somit das Ziel, eine einfache und allgemein gültige Regelung zu schaffen.


Für den Betreiber ist dies sicher zunächst eine Erleichterung, allerdings wird durch die ASR A2.2 gleichzeitig auch die Verpflichtung zur eigenverantwortlichen Ausrüstung und Organisation, insbesondere eine verantwortliche Gefährdungsbeurteilung aus brandschutztechnischer Sicht gefordert.


Vor allem Kleinbetriebe ohne eigene Brandschutzorganisation sollten hier fachliche Hilfe zu Rate ziehen.

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